Diskussionsrunde: Wirtschaft trifft Generation Klimastreik

Unter dem Titel „Wirtschaft trifft Generation Klimastreik“ hatten die Wirtschaftsjunioren Hamburg und die Handelskammer Vertreter aus Wirtschaft und von „Fridays for Future“ eingeladen.

„Die Veranstaltung soll ein Anfang des Dialogs sein. Wir als Kammer stehen für eine Fortsetzung sehr gerne zur Verfügung“, machte Dr. Henner Buhck in direkt in seiner Begrüßung deutlich.

Diskussionsrunde in der Handelskammer.
Diskussionsrunde in der Handelskammer. Foto: Landwehr

Für Prof. Timo Busch von der Universität Hamburg ist Verzicht die falsche Botschaft beim Thema Klimaschutz. Sein Vorschlag in seinem Eröffnungsvortrag, man solle von Transformation oder Wandel sprechen.

„Wenn man diese Transformation will, wird das zulasten von gewissen Arbeitsplätzen gehen“, so der Wirtschaftswissenschaftler. Man müsse schmerzhafte Prozesse durchlaufen, um sich besser aufzustellen. 

Als einen Grund, warum es beim Thema Klimaschutz so langsam voran gehe, ist für ihn, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen einen sehr kurzfristigen Zeithorizont hätten. Bei Familienunternehmen sei dies häufig anders. „Wer langfristig denkt und einen Beitrag zur klimaneutralen Wirtschaft leisten möchte, kann langfristig sein Risiko minimieren“, so Busch.

Vier Themen für Hamburg

Für Hamburg sieht Busch vier Themen, die man angehen sollte: Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, Verkehrswende und Wasserstoffwirtschaft.

Annika Rittmann, Pressesprecherin von „Fridays for Futures“ in Hamburg, machte deutlich, dass sich die Klimaaktivisten und Wirtschaft nicht gegeneinander ausspielen lassen sollten. „Wir müssen irgendwo anfangen, weniger zu machen“, so Rittmann. Die Frage sei, wie das mit Unternehmen zusammen funktionieren würde, die darauf gepolt seien, immer mehr zu machen. „Wie kommt man weg vom größer, schneller, weiter?“

Für den Staatsrat der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Wolfgang Michael Pollmann, ist klar: „Wenn etwas in Bewegung geraten ist in den Aushandlungsprozessen zwischen Politik und Wirtschaft, dann durch den Druck der jungen Leute.“

Großes Interesse an dem Thema. Foto: Handelskammer Hamburg

Konzernvertreterin Annemarie Bruns, Managerin Corporate Energy & Climate Affairs bei Aurubis, machte deutlich, dass ihr Unternehmen schon lange erkannt habe, wie wichtig das Thema sei. „Wir als großes Unternehmen wollen Technologiewandel auch treiben.“ Das Thema Klimawandel sei in jedem Gremium und jeder strategischen Entscheidung präsent.

In Hamburg brauche man viel erneuerbare Energien, und dafür einen schnelleren Ausbau.

Für die Impact-Unternehmerin Nadine Herbrich von recyclehero, ist das Problem:„Was fehlt ist, dass alle gemeinsam versuchen, das zu lösen.“ Dafür müssen man auch den Silos rauskommen, und sich die Hand reichen. „Wenn wir uns aller Möglichkeiten bewusst wären, wären wir schon viel weiter.“

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